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Ratgeber - proMA antwortet
September 2008
EPO?
Was ist eigentlich EPO und was bringt's?
Diese Frage stellte H. Beiersdorf aus Bad Homburg
"ProMa" antwortet:
EPO ist eine Abkürzung für „Erythropoietin“ und ein Hormon. Es sorgt für
die zusätzliche Bildung roter Blutkörperchen. Und: Je mehr rote Blutkörperchen
dem menschlichen Blutkreislauf zur Verfügung stehen, desto
leistungsfähiger arbeitet der gesamte Organismus, weil den Zellen mehr
Sauerstoff zur Verfügung steht. Es sind vor allem die Ausdauersportler,
die diesen Weg des Dopens entdeckt haben. Denn EPO steht seit 1990
auf der Verbotsliste. Auf Grund der Skandale bei der Tour de France wird
es auch als „Radfahrerdroge“ bezeichnet, obwohl sie auch in der Leichtathletik
vorkommt. Prominenteste Fälle in der Leichtathletik sind
Mohammed Mourhit (Belgien, 2002) als erster erwischter Weltklassesportler)
Brahim Boulami (Marokko, 2002) bei seinem 3.000-m-Hindernis-
Weltrekord, Jerome Young USA, 2004), Jolanda Ceplak (Slowenien,
07), die 800 m-Hallenweltrekordlerin, der 400-m-Weltmeister, Antonio
Pettigrew (USA, 08) mit einem EPO-Geständnis, aber auch die österreichische
Seniorenmarathonläuferin Susanne Pumper (2008) und zuletzt
(5.8.08) u. a. die drei russischen Geher Bortschin, Kanajkin und
Wojewodin. Der Fall von Marion Jones (USA), bei der eine positive EPOA-
Probe durch die anschließende B-Probe nicht bestätigt werden konnte,
zeigt, dass offensichtlich auch bei den Sprintern der Griff nach EPO nicht
unüblich ist.
EPO ist nicht nur verboten, es ist auch höchst gefährlich, denn es fördert
die Bildung von Blutgerinnseln, was zum Tode führen kann.
Nähere Einzelheiten vermittelt auch die Zusammenfassung in dem ausführlichen
zweibändigen „Anti-Doping-Handbuch“ von Rüdiger Nickel
und Theo Rous, das im Meyer & Meyer Verlag in Aachen nunmehr in
2. Auflage erschienen ist.
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